Citroën 2CV AZA: die 18-PS-2CV der reifen Jahre
Im Februar 1963 benennt Citroën die AZ in AZA um und steigert die Leistung des Zweizylinders auf 18 PS. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit steigt auf 95 km/h, der Verbrauch bleibt mit rund 6 l/100 km angegeben und vor allem gewinnt die 2CV auf der Straße deutlich an Gelassenheit.
Diese Entwicklung ist mehr als ein neuer Typencode. Die AZA steht im Zentrum einer Baureihe im Umbau, zwischen dem Erscheinen der AZAM im Jahr 1963, der Konzentration auf die AZA ab 1967 und dem Übergang zu 2CV4 und 2CV6 am Beginn der 1970er Jahre.
Technische Eckdaten: Im Februar 1963 wird aus der AZ die AZA; die Motorleistung steigt auf 18 PS; Solex-28-CBI-Vergaser; angegebene Höchstgeschwindigkeit 95 km/h; angegebener Verbrauch 6 l/100 km; im März 1968 erscheint der Motor A53 mit einem Verdichtungsverhältnis von 7,75:1; um 1970 geht die Baureihe zu den Bezeichnungen 2CV4 und 2CV6 über.
Februar 1963: Aus der AZ wird die AZA
Als Citroën die AZ im Februar 1963 in AZA umbenennt, geht es nicht darum, ein völlig neues Modell zu lancieren. Die Grundlagen der 2CV bleiben unangetastet: luftgekühlter Zweizylinder-Boxer, geringes Gewicht, Federung mit großem Arbeitsweg, leichte Karosserie und einfache Wartung. Was sich ändert, ist das Verhalten auf der Straße. Nach dem ersten deutlichen Schritt nach vorn mit der 2CV AZ von 1954 bis 1956 markiert die AZA eine zweite Etappe, weniger spektakulär, aber im Alltag entscheidender.
Das Evolutionsdokument 1949-1990 hält diesen Wendepunkt klar fest: Aus der AZ wird die AZA, die Motorleistung steigt auf 18 PS und die 2CV bekommt einen anderen Takt. Bei einem noch immer sehr leichten Auto reicht dieser auf dem Papier bescheidene Zuwachs aus, um Anzug, Reisegeschwindigkeit und das Verhalten auf Landstraßen spürbar zu verändern.
Die AZA ist deshalb eher als reife 2CV denn als stilistischer Bruch zu lesen. Sie verlängert den nüchternen Nutzwert des TPV-Projekts, führt ihn aber in Richtung eines vollständigeren Autos weiter, das weniger ländliche Strecken und ein Publikum bewältigt, das längst an schnelleres Reisen gewöhnt ist.
18 PS, Solex 28 CBI und 8 x 29: ein kleiner Motor, besser genutzt
Die klarste Angabe ist die Leistung: 18 PS ab Februar 1963. Dasselbe Dokument nennt einen geänderten Kurbeltrieb, geänderte Zylinder und Kolben sowie einen Solex-28-CBI-Vergaser. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit steigt auf 95 km/h, der Verbrauch bleibt bei rund 6 Litern auf 100 Kilometer. Anders gesagt: Die AZA wird im heutigen Sinn nicht schnell. Sie wird nur deutlich besser an ihre Zeit angepasst.
Citroën ändert auch die Übersetzung, mit einem Kegelradpaar 8 x 29 statt 8 x 31. Das wirkt nebensächlich, zeigt aber die Methode der Marke sehr genau: kein spektakulärer Effekt, sondern eine bessere Abstimmung von Motor, Getriebe und realem Einsatz. Die AZA bleibt sparsam, wird aber weniger benachteiligt, sobald die Straße länger wird oder das Auto beladen fährt.
- Angegebene Leistung: 18 PS ab Februar 1963.
- Gemischaufbereitung: Solex-28-CBI-Vergaser.
- Angegebene Werte: 95 km/h und rund 6 l/100 km.
- Antrieb: Kegelradpaar 8 x 29 anstelle von 8 x 31.
- Angebot: Die AZA steht damals mit normaler oder Fliehkraftkupplung in den Preislisten.
Dieser Fortschritt bleibt völlig stimmig mit dem, was die 2CV seit dem Anfang ausmacht. Das Auto behält seine weiche Federung, den direkten Zugang zur Mechanik, die bescheidenen Abmessungen und die niedrigen Betriebskosten. Es hört nicht auf, ein Volksauto zu sein. Es wird ein besser abgestimmtes Volksauto.
AZA, AZAM, dann nur noch AZA: eine klarer werdende Baureihe
Schon das Frühjahr 1963 sagt viel über Citroëns Strategie. Im März erscheint die 2CV AZAM. Die AZA verschwindet also nicht, als die Baureihe aufrückt. Im Gegenteil: Sie wird zum technischen Kern, um den Citroën Ausstattung und Präsentation deutlicher staffelt.
Dieses Nebeneinander ist wichtig. Es zeigt, dass die 2CV nicht mehr nur ein einziges Auto ist, das in kleinen Schritten verändert wird. Sie wird zu einer Familie. Einige Versionen treiben die Präsentation weiter, andere bleiben nüchterner, aber die mechanische Basis und die Gebrauchstauglichkeit halten das Ganze zusammen.
Später wird diese Entwicklung noch deutlicher. Im April 1967 wird aus der AZAM die AZAM Export. Im September 1967 streicht Citroën dann AZAM und AZAM Export: Es bleiben nur noch die AZA und ihre ENAC-Version. Historisch ist das ein wichtiger Moment. Die AZA rückt damit wieder ins Zentrum der 2CV-Baureihe, noch bevor sich die Namenslogik der 1970er Jahre durchsetzt. Wer die Chronologie sauber lesen will, sollte daher bei der allgemeinen Geschichte der 2CV ansetzen und die AZA als die Version der mittleren 1960er Jahre verstehen.
1968 und der Motor A53: Entwicklung ohne Bruch
Im März 1968 erhält die AZA den neuen Motor A53, dessen Verdichtungsverhältnis von 7,5:1 auf 7,75:1 steigt. Auch hier verbessert Citroën die 2CV nicht durch einen Umsturz, sondern durch präzise Korrekturen. Die Architektur wechselt nicht die Welt, doch jede Änderung soll das Auto regelmäßiger, lebendiger und besser für einen schneller werdenden Verkehr machen.
Diese Kontinuität erklärt, warum die AZA weniger spektakulär wirken kann als andere Stationen der 2CV-Karriere. Historisch ist sie dennoch wichtig. Mit ihr schließt sich schrittweise die Zeit der Bezeichnungen AZ, AZL und AZAM, und sie bereitet die einfachere kommerzielle Lesart vor, die mit 2CV4 und 2CV6 kommt.
Als diese neuen Bezeichnungen im Februar 1970 erscheinen, verändert sich das Bild. Die 2CV tritt in eine andere Logik der Modellreihe ein, unmittelbarer über Motor und Position lesbar. Die AZA erscheint dann als letzter großer Moment des alten Benennungssystems, in dem die klassische 2CV bereits ein reifes Auto geworden ist, ohne schon vollständig in die Modellnamen der 1970er Jahre überzugehen.
Wofür die AZA in der Geschichte der 2CV steht
Die 2CV AZA ist weder die kargste noch die reichste noch die stärkste 2CV. Gerade das macht sie interessant. Sie steht an dem Punkt, an dem Citroën ein überzeugendes Gleichgewicht zwischen Einfachheit, Betriebskosten und Fahrgelassenheit findet. Sie bleibt der populären Logik der Marke treu, zeigt aber, dass diese Logik wirksamer werden kann, ohne ihre Ehrlichkeit zu verlieren.
Um diese Stellung zu verstehen, muss man sie in den langen Faden der Citroën-Geschichte einordnen. Die Marke ist oft genau so vorangekommen: nicht durch unnötige Verfeinerung, sondern durch die Arbeit an jenem mechanischen Detail, das den realen Gebrauch verändert. Die AZA ist dafür ein gutes Beispiel. Zwischen der noch recht schlichten 2CV der Mitte der 1950er Jahre und der späteren 2CV4/2CV6-Reihe bildet sie das tragfähigste Bindeglied.
Heute liest sich die AZA deshalb weniger als bloßer Werkscode denn als Scharnierpunkt. Sie ist die 2CV, die das Wesentliche bewahrt, aber schon souveräner unterwegs ist. Ein noch immer sehr einfaches Auto, doch sicherer in seiner Rolle, seiner Mechanik und seinem Platz innerhalb der Baureihe.
Um die AZA sauber in die Citroën-Chronologie einzuordnen, sollte man bei der Marke beginnen, zur allgemeinen Geschichte der 2CV zurückgehen und dann die 2CV AZ noch einmal lesen, die ihren direktesten Ausgangspunkt vor der Neuordnung der Baureihe bildet.
Quellen
- 2CV Club Niortais: Evolution de la 2CV
- Citroën / Stellantis Media: Historic, Iconic, Legendary: Citroën Celebrates 75 Years of the 2CV
- Citroën: offizielles Dossier zum hundertjährigen Bestehen
- Wikimedia Commons: File:Citroen-2CV-AZA-AZAM-sixties-byRundvald.jpg
- Wikimedia Commons: File:Citroen_2CV_(14599394887).jpg



