Unser Mercedes SLK 230 Kompressor von 1996 im Golf von Saint-Tropez
Von Bruno, dem Bruder von Jean-Noel, uebernommen, ist dieser SLK 230 Kompressor zugleich unser erster Mercedes und ein echter Ausfahrtswagen fuer den Sueden.
Unser SLK 230 Kompressor kam nicht nach monatelanger Suche zu uns. Er kam ueber die Familie in die Garage, mit bekannter Geschichte, regelmaessiger Wartung und jenem kleinen Gefuehl der Selbstverstaendlichkeit, das den Blick auf ein Auto veraendert.
In unserem Bestand nimmt er einen besonderen Platz ein. Er ist juenger, wie übrigens unser Twingo, als unsere anderen Klassiker und staerker in den 1990er Jahren verankert, besitzt aber dennoch echten Charakter: kompakte Abmessungen, Hinterradantrieb, Kompressor-Motor und Klappstahl-Dach. Im Golf von Saint-Tropez gehoert er auch zu den Autos, bei denen man am schnellsten losfahren moechte, sobald das Wetter passt.
Ein Familienauto, nicht das Ergebnis langer Inseratsuche
Das Auto wurde uns von Bruno, dem Bruder von Jean-Noel, ueberlassen. Das ist mehr als eine nette Anekdote. Es bedeutet, dass dieser Mercedes keine spaete Entdeckung und kein Kauf nur auf Basis von Rechnungen war. Er kommt mit klarer Geschichte, lange eingeuebten Wartungsgewohnheiten und einem Vertrauensverhaeltnis, das vor der ersten Fahrt beginnt.
Die beiden Brueder haben viele Jahre in der Automobilindustrie in Poissy gearbeitet, durch die Zeiten von Simca, Simca-Chrysler, Talbot und Peugeot. In einem solchen Umfeld ist ein Auto nie bloss ein Verbrauchsgegenstand. Man hoert auf es, man verfolgt seinen Zustand, man weiss, was gemacht wurde und was irgendwann wieder faellig sein wird. Bei einem Wagen wie diesem zaehlt diese Kontinuitaet fast so viel wie der Kilometerstand.
Unser Exemplar in wenigen Punkten
Unser SLK ist ein R170 von September 1996, blau, mit grau-schwarzer Lederausstattung und Automatik. Er hat rund 170.000 km gelaufen und ist bis auf das Radio sehr nah am Originalzustand geblieben. Genau das schaetzen wir an ihm: Er wurde nicht verfremdet, um juenger zu wirken als er ist.
- Modell: Mercedes SLK 230 Kompressor R170
- Datum: September 1996
- Ausstattung: blaue Lackierung, graues und schwarzes Leder, Automatik
- Kilometerstand: rund 170.000 km
- Zustand: optisch sehr nah am Original, abgesehen vom Radio
Das Foto zeigt einen R170 aus derselben fruehen Phase. Es ist nicht unser exakter Wagen, trifft aber die kompakte Form des Modells, die lange Haube und den Ansatz von Mercedes, selbst geschlossen die Wirkung eines kleinen Coupes zu bewahren.
Motor und Dach: die beiden Teile, die den Wagen praegen
Der aufgeladene 2,3-Liter-Vierzylinder gibt dem Auto frueh eine volle Reaktion. Die Leistung wirkt nicht brutal, sondern gleichmaessig verfuegbar. Gerade in einem Wagen dieser Groesse macht das den Charakter aus: Man bekommt ein lebhaftes Auto, ohne es hart fahren zu muessen.
Das eigentliche Zentrum des Modells bleibt jedoch das Vario-Roof. Geschlossen faehrt sich der SLK wie ein ernsthaft gemachter kleiner Coupe, offen wird er zu einem sehr angenehmen Wagen fuer Touren im Sueden, ohne die deutlich groesseren Kompromisse eines Stoffdachs.
Seit der Wagen bei uns ist, waren zwei Arbeiten wichtiger als die anderen: der Austausch eines Hydraulikschlauchs des Dachs und ein Eingriff an der elektronischen Steuerung des Automatikgetriebes. Das ist fuer einen modernen Klassiker nichts Aussergewoehnliches, aber genau die Art von Arbeiten, die man akzeptieren muss, wenn ein Auto wie dieses verlaesslich und angenehm bleiben soll.
Wie er sich auf unseren Strassen rund um den Golf anfuehlt
Auf Landstrassen und auf der Autobahn wirkt der SLK ganz in seinem Element. Der Motor hat Reserven, die Lenkung ist praezise und das Auto behaelt dieses dichte, gefasste Mercedes-Gefuehl. Er ist weder weich noch theatralisch. Er bewegt sich einfach mit Selbstverstaendlichkeit.
Auf schlechteren Fahrbahnen kann die Federung straff wirken. In der Stadt macht die Automatik das Auto sehr unkompliziert, aber der Verbrauch steigt dort deutlich an, was in unserem Gebrauch sein groesster Nachteil bleibt. Wir nehmen das hin, weil der Rest des Wagens genau das liefert, was wir von ihm erwarten.
Offen gefahren ergibt der Wagen im Golf von Saint-Tropez fuer uns am meisten Sinn. Man geniesst Licht, Luft, Leder, den Klang des Motors und diese besondere Eigenschaft, zugleich geschuetzt zu bleiben und doch draussen zu sein. Wenn der Wind zunimmt, reichen oft schon geschlossene Seitenscheiben fuer guten Komfort.
Warum er bei uns bleibt
Wir behalten ihn nicht, um in einer Sammlung ein Feld abzuhaken. Wir behalten ihn, weil er eine praezise Familiengeschichte traegt, weil er schon vor uns ernsthaft betreut wurde und weil er etwas mitbringt, das keines der anderen Autos in der Garage auf dieselbe Weise bietet.
Er verbindet mehrere Welten zugleich: unser erster Mercedes, ein weitergegebenes statt gekauftes Auto, ein moderner Klassiker, bevor er zum Museumsstueck wird, und ein echter Reisewagen fuer Ausfahrten im Sueden. Diese sehr konkrete Mischung erklaert seinen Platz bei uns besser als jeder abstrakte Sammlerwert.
Dieses Auto gehoert zu einer groesseren Geschichte, die Sie in der Geschichte des Mercedes-Benz SLK lesen koennen. Um die Instandsetzung unseres Wagens zu verfolgen, sehen Sie auch die Restaurierung unseres SLK 230 Kompressor.
Wir behalten ihn nicht, um ihn stillzulegen. Wir behalten ihn, weil er sich noch immer gut faehrt, weil er uns mit einer klaren Familiengeschichte verbindet und weil er seinen Platz bei unseren Fahrten rund um den Golf ganz natuerlich gefunden hat.

