Citroën 2CV4 Restaurierung bei Garage SAVA - Rioz: Fahrgestell, Motor und Zusammenbau in der Werkstatt
Nach ihrer Rückkehr auf dem Anhänger blieb diese 2CV4 viele Monate in der Werkstatt, bevor die Restaurierung wirklich begann. Der Ablauf folgte dann den bekannten Stationen einer älteren Citroën, allerdings mit deutlich schwereren Befunden an der Karosserie, als der erste Blick hatte vermuten lassen.
Das Fahrgestell war noch zu retten. Die Karosserie erwies sich dagegen als wesentlich stärker betroffen: Beide Böden und die Schweller waren bereits früher schlecht repariert worden und verlangten vor jeder ernsthaften Wiederinbetriebnahme einen deutlich umfassenderen Eingriff.
Zuerst Karosserie und Fahrgestell trennen
Als die Restaurierung wirklich begann, bestand der entscheidende erste Schritt darin, Karosserie und Fahrgestell zu trennen. Bei einer 2CV ist das nie eine Nebensache. Nur so lässt sich ehrlich erkennen, was bloße Oberflächenkorrosion ist und was die Struktur selbst betrifft. Solange das Auto zusammengebaut bleibt, bleibt ein Teil der Schäden verborgen oder wird unterschätzt.
Das Ergebnis war zweigeteilt. Einerseits erwies sich das Fahrgestell als gut und weitgehend rettbar, mit nur wenigen lokalen Stellen. Andererseits war die Karosserie stärker betroffen, als der erste Eindruck vermuten ließ: Beide Böden waren verloren, die Schweller stark geschädigt, und frühere Reparaturen hatten Korrosion eher verdeckt als gelöst. In diesem Moment wurde die Entscheidung einfach: Der Unterbau musste sauber neu aufgebaut werden.
Erst die Struktur in Ordnung bringen
Bei dieser 2CV4 kam der größte Arbeitsaufwand also von unten. Die Bleche des Unterbaus wurden überarbeitet, die durchgerosteten Bereiche am unteren Halbtrennblech ausgeschnitten und neu eingeschweißt, und die schwachen Stellen rund um den Tank erhielten ihre lokalen Reparaturen. Danach wurde alles gebürstet, entfettet, lackiert und mit Chassis-Schutz neu konserviert.
Diese Arbeit fällt am fertigen Auto kaum auf, bestimmt aber alles Weitere. Bei einer älteren 2CV ist es sinnlos, Mechanik oder Innenraum ordentlich aufzubauen, wenn die Basis auf einem zweifelhaften Unterbau ruht. Hier war die Reihenfolge klar: zuerst die Struktur, dann der Rest.
Die Mechanik erneuern, ohne Schwachstellen stehen zu lassen
Nachdem diese Grundlage wieder tragfähig war, folgte die Mechanik der Logik einer vollständigen Restaurierung. Bremsen und Federung wurden erneuert, Federungstöpfe und Stoßdämpfer ersetzt, und alles, was einfach zu einem alten Verschleißzustand gehörte, wurde auf neu gesetzt. Der Motor wurde mit Zylindern, Kolben, überarbeitetem Kopf und elektronischer Zündung neu aufgebaut. Das Getriebe wurde ausgebaut, geöffnet, geprüft und mit neuen Dichtungen wieder dauerhaft dicht gemacht. Die Antriebswellen erhielten neue Manschetten und eine vollständige Überarbeitung.
Die elektronische Zündung verdient eine kurze Erklärung, weil sie den Geist des Projekts gut zeigt. Sie ist weder eine sichtbare Änderung noch ein Bruch mit dem Charakter des Wagens, sondern eine diskrete Verbesserung für zuverlässigeres Starten und weniger mühsame Nachstellungen am alten Unterbrechersystem. Im Übrigen bleibt das Auto sehr nah am ursprünglichen Charakter.
Tank, Verglasung, Reifen und praktische Details
Der Metalltank von 1974 verlangte keine aufwendige Innenbeschichtung. Eine gründliche Reinigung, Entfettung und Prüfung reichten aus, ergänzt durch eine neue Pumpe und einen neuen Geber. Alle Scheiben wurden ausgebaut und mit neuen Dichtungen wieder eingesetzt, nicht aus bloßer Freude am Ersetzen, sondern weil die alten Gummis beim Zusammenbau wieder gerissen oder undicht geworden wären. Dieselbe Logik galt für vier neue Reifen, die Dichtelemente und die kleineren Teile, die für eine verlässliche Wiederinbetriebnahme nötig waren.
Auch die Lüftungsklappe unter der Frontscheibe, ein klassischer Wassereintrittspunkt bei der 2CV, wurde instand gesetzt. Wieder zeigt sich: Restaurierung geht über konkrete Details voran, nicht über große Worte. Gerade diese Punkte verhindern späteres Neuaufrollen, weil sie während des offenen Zustands sauber behandelt wurden.
Eine Ausführung, die im Citroën-Geist bleibt
Die Karosserie soll einen grünen Farbton erhalten. Es ist nicht der ursprüngliche Sandton des Wagens, bleibt aber eine stimmige Citroën-Farbe aus der Zeit. Felgen und ofenlackierte Metallteile bleiben elfenbeinfarben, während Verdeck, Verkleidungen und weite Teile des Innenraums schwarz werden. Die originale Rückbank, noch rettbar, bleibt nach Reparatur erhalten, während vorne eine neue Sitzbank vorgesehen ist.
Die einzige bewusst gesetzte Abweichung betrifft den Familiengebrauch: Hinten kommen Sicherheitsgurte für Kinder dazu. Bei einer 2CV von 1974 waren sie nicht serienmäßig verbaut, aber die Karosserie erlaubt diese Ergänzung, ohne den Gesamtcharakter des Wagens zu brechen. Nach der Lackierung der Karosserie kann die Endmontage mit Innenraum, Elektrik und dem endgültigen Zusammenbau weitergehen.
Zum Ausgangspunkt führt die Seite über den ersten Zustandsbefund dieser 2CV4 zurück. Und wer den langen historischen Rahmen des Modells mitlesen möchte, kann zusätzlich auf die allgemeine Geschichte der Citroën 2CV zurückgehen.
Der Ausgangspunkt des Projekts wird auf der Seite zum Kauf und ersten Zustandsbefund der 2CV4 erzählt. Für den größeren historischen Rahmen bleibt die Geschichtsseite zur 2CV der beste ergänzende Bezugspunkt.
Quellen
- Interne Audio-Transkription: Restaurierung der 2CV4, Werkstatt SAVA, Stand des Projekts und technische Entscheidungen.



