Der Panhard Dyna Z: Das Aluminium-Lächeln, das alles wagte

Der Dyna Z von Panhard
Weit entfernt von den Stilcodes der damaligen Zeit, verkörpert diese Familienlimousine den avantgardistischen Geist ihres Herstellers, indem sie auf Aerodynamik und Leichtigkeit setzt.
Panhard Dyna Z, Dreiviertelansicht von vorne
Panhard Dyna Z — Foto: Alexandre Prévot — Lizenz: CC BY-SA 2.0.

In der französischen Nachkriegslandschaft der Automobile stach ein Auto durch sein einzigartiges Design und seine kühnen technischen Lösungen hervor: der Panhard Dyna Z.

Ein Design, das von Geschwindigkeit inspiriert ist

Panhard Dyna Z im Profil auf der Straße

Das erste, was beim Anblick eines Dyna Z auffällt, ist seine Silhouette. Entworfen von Louis Bionier, ist seine „Tropfen“-Karosserie nicht nur elegant, sondern auch bemerkenswert aerodynamisch effizient. Diese stromlinienförmige Linie, kombiniert mit einer ultraleichten Konstruktion, fasst seine Philosophie zusammen.

Zuerst aus Duralinox (Aluminium) gefertigt, bot das Auto trotz seines kleinen Motors erstaunliche Leistungen, bei sehr geringem Verbrauch. Da die Kosten für die Legierung stiegen, kehrte Panhard später zu Stahl zurück; die Idee der Leichtigkeit blieb jedoch im Zentrum des Konzepts.

Panhard Dyna Z 1954 aus Aluminium, Seitenansicht
Dyna Z (1954) aus Alu — Foto: Saruman — Public Domain.

Eine Mechanik, die so einzigartig ist wie ihr Stil

Motorraum des Panhard Dyna Z bei geöffneter Motorhaube

Unter der Haube bleibt der Dyna Z originell. Sein luftgekühlter gegenüberliegender Zweizylinder-Boxermotor (flat-twin) war für die damalige Zeit ein kleines Wunder: lebhaft, willensstark und berühmt für seinen ganz besonderen Klang.

Der Frontantrieb — damals noch selten —, die weiche Federung und das geringe Gewicht sorgten für ein komfortables und angenehmes Fahrgefühl, weit entfernt von schwereren Konkurrenten.

Ein Symbol für französischen Wagemut

Produziert von 1954 bis 1959, prägte der Panhard Dyna Z seine Ära. Er bleibt ein Klassiker wegen seines zeitlosen Looks und seines berühmten „Aluminium-Lächelns“ — das durch den zentralen Scheinwerfer geformt wird — sowie für das, was er verkörpert: Innovation und Wagemut.

Panhard Dyna Z Tigre, Vorderansicht, die das „Lächeln“ hervorhebt
„Lächeln“ des Dyna Z (Tigre) — Foto: Joost J. Bakker — Lizenz: CC BY 2.0.

Panhard Dyna Z1 (1954–1956)

Eine rundliche Silhouette, ein Zweizylinder mit charakteristischem Klang, eine ursprünglich aus Duralinox gefertigte Karosserie: Der Dyna Z erscheint als ein Original in der Landschaft der 1950er Jahre.

Panhard Dyna Z1 von 1955, Dreiviertelansicht
Dyna Z1 (1955) — Foto: Andrew Bone — Lizenz: CC BY 2.0.

Ein Sturkopf, aber gut gemacht...

Vorgestellt im Jahr 1953, profitiert der Z1 von einer Alu-Karosserie, die das Gewicht unter 750 kg hielt, während zum Beispiel der Aronde über eine Tonne wog. Sein Preis deckte jedoch nicht die Mehrkosten der Legierung ab; die Modellreihe entwickelte sich daher zu gemischten Karosserien und dann zu reinen Stahlkarosserien. Anfang 1956 lebte der Z1 seine letzten Monate: Die Z5 und Z6 übernahmen ab Mai.

Unterboden, Dach, vordere Spritzwand und Boden wurden aus Stahl gefertigt, die Türen blieben unverändert. Was zuerst auffällt, sind die eleganten und aerodynamischen Kurven, die durch dezente Chromteile betont werden.

Panhard Dyna Z 851 cm3, Modelljahr 1958
Dyna Z (1958) — Foto: Charles01 — Lizenz: CC BY-SA (Versionen 1.0/2.0/2.5/3.0) oder GFDL.

Beunruhigende Geschwindigkeiten...

Mit einem Hubraum von 851 cm³ (Bohrung × Hub: 85 × 75 mm) und einer Leistung von 42 PS überrascht der Motor durch seinen Klang. Bequem auf der Vordersitzbank installiert, genießt man einen hellen Innenraum und viel Platz. Der Schalthebel am Lenkrad steuert ein klassisches Gittergetriebe, mit einigen Besonderheiten: Der Rückwärtsgang wird in vier Schritten eingelegt — den Hebel zu sich ziehen, den Zug am Ende des Hebels ziehen, zu sich zurückkehren und dann absenken.

Vom dritten zum vierten Gang muss man eine Pause einlegen und die Kupplung entlasten; beim Herunterschalten vermeidet ein schnelles Gasgeben, dass das Getriebe kratzt.

Panhard Dyna Z Tigre, Rückansicht

Das Dröhnen eines brillanten "Triebwerks"

Bei eingeschalteter Zündung leuchten die Kontrollleuchten auf (Geschwindigkeit, Ladezustand, Kraftstoff); dann betätigt man energisch den Zughebel links vom Lenkrad: Das kleine Triebwerk erwacht zum Leben. Die Sicht ist gut, die Lenkung weich und präzise, der Motor geschmeidig.

Die 100 km/h werden mühelos erreicht, auch wenn die Stimme des Zweizylinders präsenter wird. Dank eines für die damalige Zeit bemerkenswerten Cx (≈ 0,26 bei Alu) und eines noch vernünftigen Gewichts (≈ 825 kg bei gemischter Karosserie) fährt der Z1 gut. Die scheinbare Zerbrechlichkeit des Schalters verleitet jedoch zur Vorsicht; mit dem Dyna Z aus Alu war Panhard zweifellos zu früh dran...

Panhard Dyna Z-Reihe (1954–1959)

Hauptversionen / Ausstattungen

Panhard Dyna Z Pick-up Nutzfahrzeug
Nutzfahrzeug Dyna Z Pick-up — Foto: Andrew Bone — Lizenz: CC BY 2.0.

🔎 Schnelle Orientierungspunkte

Dyna Z — Technische Daten (1954–1959)

Motor

Motoreigenschaften ArchitekturGegenläufiger Zweizylinder (flat-twin), luftgekühlt Hubraum851 cm3 Bohrung × Hub85 × 75 mm Kompressionsverhältnis (typ.)≈ 7,2 : 1 Leistung42 PS bei ~5.000 U/min (Standardversionen) ; bis zu 50 PS („Tigre“-Motor) Drehmoment (indikativ)≈ 69 N·m bei ~2.250 U/min (je nach Version) KraftstoffversorgungZenith Vergaser (je nach Jahr und Ausstattung)

Getriebe & Fahrwerk

Getriebe- und Fahrwerkskomponenten AnordnungFrontmotor, Frontantrieb GetriebeManuell 4 Gänge, Schalthebel am Lenkrad (2. und 3. synchronisiert je nach Jahr) LenkungZahnstange VorderradaufhängungEinzelradaufhängung, zwei übereinanderliegende Querblattfedern, Hebelstoßdämpfer (Houdaille) HinterradaufhängungEinzelradaufhängung, drei Torsionsstäbe pro Seite, Hebelstoßdämpfer (Houdaille) BremsenHydraulische Trommelbremsen an allen 4 Rädern

Abmessungen & Gewichte (Limousine)

Maße und Gewichte Radstand2 570 mm Länge≈ 4 570–4 580 mm Breite1 668 mm Höhe≈ 1 420–1 430 mm Bodenfreiheit≈ 160 mm Leergewicht≈ 710–875 kg (je nach Modelljahr & Karosserie) Cx (Aluminiumkarosserie 1954)≈ 0,26

Kapazitäten & Leistungen (indikativ)

Tank≈ 40 L Kofferraum≈ 254 L (Limousine) Höchstgeschwindigkeit≈ 125–130 km/h (42 PS) ; mehr mit „Tigre“ Verbrauch≈ 7–8,5 L/100 km je nach Nutzung/Version

Anmerkung zu Karosseriematerialien: Duralinox (Aluminium) beim Start → gemischte Alu/Stahl-Karosserie (1956) → dann komplett aus Stahl (Kosten sinken, Gewicht steigt).

Oben Zurück nach oben