
Ende der 1980er Jahre stellte sich Renault eine Herausforderung: ein kompaktes, fröhliches und andersartiges Stadtauto zu schaffen. Patrick Le Quément, damals Direktor für Industriedesign, stellte sich eine neuartige Monovolumen-Silhouette vor. Der Name „Twingo“ entstand aus der Fusion von „Twist“, „Swing“ und „Tango“, drei Tänzen, die Bewegung und Emotion veranschaulichen.

Präsentiert auf dem Genfer Autosalon 1992, begeisterte der Twingo sofort. Er hatte eine 3,43 m lange Monocoque-Karosserie, mit einem großzügigen Radstand von 2,34 m. Unter der Haube sorgte ein 1,2 L Cléon-Fonte-Motor (55 PS DIN) für einen Verbrauch von 6,5 L/100 km. Der Innenraum überraschte: eine verschiebbare Rücksitzbank schuf ein für seine Kategorie rekordverdächtiges Kofferraumvolumen von 168 bis 261 Litern, je nach Position. Das zentralisierte digitale Armaturenbrett wurde zu einem der Symbole des Twingo I.
Mit seinen runden Scheinwerfern, seinen leuchtenden Farben und den passenden Stoßfängern richtete sich der Twingo an ein junges Publikum. Das Fehlen eines Kühlergrills, die hohe Linie der Windschutzscheibe und die große Heckklappe formten eine sanfte und lächelnde Silhouette. Aber jenseits seines Stils bot der Twingo eine neuartige funktionale Herangehensweise. Sein Wendekreis von 4,8 m ermöglichte es ihm, überall durchzukommen. Die Zahnstangenlenkung, die McPherson-Federung vorne und die Hinterachse mit Längslenkern garantierten einen überraschenden Komfort.
Im Laufe der Jahre modernisierte sich der Twingo. 1998 führte ein erstes Facelift kristalline Scheinwerfer und ein runderes Armaturenbrett ein. 2004 erhielt der Twingo Airbags und ABS serienmäßig. Spezialserien erschienen regelmäßig (Kenzo, Privilège, Night&Day). 2007 erschien der Twingo II: länger (3,60 m), er gewann an Ausstattung, verlor aber die verschiebbare Rücksitzbank. Die RS-Version (Renault Sport), ausgestattet mit einem 1,6 L 133 PS Motor, wurde zu einer Referenz unter den sportlichen Kleinwagen.

In Partnerschaft mit Daimler (Smart) brach der Twingo III mit der Vergangenheit. Er nahm eine Hinterradantriebsarchitektur mit Heckmotor an, was für einen Kleinwagen selten ist. Diese Konfiguration ermöglicht einen außergewöhnlichen Wendekreis (4,3 m), ideal für die Stadt. Angetrieben von 1.0 SCe (70–75 PS) oder 0.9 TCe Turbo (90 PS) Blöcken, erreichte er 160 km/h in der TCe-Version. Das Kofferraumvolumen vergrößerte sich (219 L), obwohl der Motor unter dem Boden platziert war.

2020 führte Renault den Twingo Electric ein, ausgestattet mit einem 82 PS Elektromotor und einer 22 kWh Batterie. Die Reichweite beträgt 190 km im WLTP-Zyklus, ideal für den täglichen Stadtverkehr. Die Aufladung erfolgt in 4 Stunden an einer 7 kW Ladesäule. Die Ausstattung umfasst Geschwindigkeitsregler, automatische Klimaanlage und ein EasyLink-System mit 7-Zoll-Bildschirm.
In 30 Jahren wurden mehr als 4 Millionen Twingos in über 15 Ländern produziert. Als wahre Ikone der 90er und 2000er Jahre prägte er eine ganze Generation von Fahrern. Enthusiasten-Clubs, thematische Treffen und soziale Netzwerke halten die Flamme am Leben. Jeder Twingo erzählt eine Geschichte: das erste Auto eines Studenten, das zweite Familienfahrzeug oder der Komplize für die täglichen Fahrten.

Der Twingo verkörpert französischen Einfallsreichtum in seiner fröhlichsten Form. Spielerisch, zuverlässig, erfinderisch, beweist er, dass Einfachheit weder Komfort noch Stil ausschließt. Ob er mit Benzin oder elektrisch fährt, er behält dieses gewisse Etwas, das ein Lächeln hervorruft. Ein liebenswertes Auto, wie die, die es gefahren sind — und die es zweifellos weiterhin schätzen werden.