Der Simca Aronde 1300 oder 90A, der Wendepunkt des Flash-Motors
Als der Aronde 1300 fuer das Modelljahr 1956 erscheint, frischt Simca nicht nur sein bekanntestes Modell auf. Die Marke gibt ihm einen volleren Motor, einen staerkeren Auftritt und eine deutlich breitere Praesenz in der Modellpalette.
Zwischen dem fruehen Aronde 9 und dem spaeteren P60 stellt der 1300 oft den ausgewogensten Moment der ganzen Reihe dar.
Eckdaten. Modelljahr 1956, 1.290-cm3-Flash-Motor, "Ligne Oceane", Elysée- und Grand-Large-Versionen, Nutzfahrzeuge und Monthlery-Serien: Der Aronde 1300 markiert die groesste Ausweitung der Familie.

1956, ein reiferer Aronde
Mit dem Aronde 1300 entwickelte Simca ein Modell weiter, das bereits sehr gut lief. Die sichtbarste Veraenderung war nicht die einzige wichtige. Der 1.290-cm3-Flash-Motor brachte etwas mehr Kraft und Elastizitaet, genug, um den Wagen in einem anspruchsvoller werdenden Markt auf der Hoehe zu halten.
Die Bezeichnung 90A, die in Unterlagen oft auftaucht, gehoert genau zu diesem Uebergang. Der Aronde blieb dieselbe Familie, trat aber in eine reifere und besser ausgestattete Phase ein.
Die "Ligne Oceane" veraendert die Silhouette
Das Modelljahr 1956 ueberarbeitete den Auftritt gruendlich. Der Kuehlergrill wurde markanter, das Heck nahm eine dosierte amerikanische Inspiration auf, und Armaturenbrett sowie Innenausstattung wurden neu gezeichnet. Das Ergebnis war ein besser angezogener und ausdrucksstaerkerer Wagen, ohne mit dem Gleichgewicht der ersten Aronde voellig zu brechen.
Diese stilistische Entwicklung ist wichtig, weil sie zeigt, wie eng Simca dem Geschmack der Zeit folgte und dennoch Format und Zweck eines Familienautos bewahrte.
Eine sehr breite Palette, vom Alltagsauto bis zum Stilmodell
Den Aronde 1300 gab es als De-Luxe- und Elysée-Limousine, als Grand-Large-Coach, als Coupe, Cabriolet und in einer ganzen Reihe von Nutzfahrzeugversionen. Nur wenige franzoesische Autos dieser Klasse boten damals eine solche Bandbreite. Simca nutzte seine technische Basis voll aus und erreichte damit Familien, Handwerker und Kaeufer, die einfach eine elegantere Linie suchten.
Diese Fuelle an Karosserieformen erklaert auch den heutigen Platz des Modells in Sammlungen. Je nach Version fuehlt sich das Auto nicht ganz gleich an, auch wenn die Familienaehnlichkeit sofort erkennbar bleibt.
Montlhery, Monthlery und besser ausgestattete Versionen
Die im Fruehjahr 1957 in Montlhery erzielten Langstreckenrekorde gaben Simca ein starkes Werbeargument. Die Marke nutzte sie, um den Ruf des Aronde zu verstaerken und Monthlery-Versionen auf den Markt zu bringen, die Leistung und Ausstattung staerker in den Vordergrund rueckten.
Im gleichen Geist versuchten besser ausgestattete Versionen wie der Elysée-Matignon, die Reihe nach oben zu ziehen. Daran erkennt man eine Marke, die nicht mehr nur ein gutes Volksauto verkaufen wollte, sondern eine echte Hierarchie innerhalb ihrer Modellfamilie aufbaute.
Die beste Bruecke zwischen Simca 9 und P60
Der Aronde 1300 behielt die kluge Logik der ersten Wagen und bereitete zugleich klar den P60 vor. Er schaerfte die Linie etwas, wertete die Ausstattungen auf und modernisierte die Technik, ohne schon in die staerkeren Stiluebertreibungen der spaeten 1950er Jahre zu kippen.
Darum bleibt er im Verlauf der Reihe so zentral. Er ist weder der Anfang noch die letzte Verwandlung, aber sehr wahrscheinlich die vollstaendigste Phase der Familie.
Um die Aronde besser einzuordnen, bieten unsere Simca Aronde im Golf von Saint-Tropez sowie die Restaurierung unserer Simca Aronde bei SAVA weiteren Kontext.





